Alice hinter den Spiegeln

Eine „Familienoper“ für kleines Orchester und Sänger.

Text und Musik von William Osborne, basierend auf dem Buch von Lewis Carroll

 COPYRIGHT WILLIAM OSBORNE, ALLE RECHTE VORBEHALTEN 7. Januar 2020  

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Inhaltsverzeichnis

1. Allgemeine Beschreibung

2. Eine Videopartitur und Orchestersimulation ohne die Stimmen.

3. Programmhinweise

   

 

1. Allgemeine Beschreibung

 

Eine Kinderoper für Kammerorchester und Sänger nach Lewis Carrolls Alice Through the Looking Glass. (55 Minuten)

 

Besetzung: 2 Fl., 2 Ob., 1 Cl., 2 Fa., 1 Tr., 2 Hö., Streicher, 1 Schlag., 1 Harfe.

(Holzblasinstrumente Verdoppelung: Piccolo, Englischhorn, Es- und Bass-Klarinette,  Kontrafagott)

 

Stimmen:

(Bei Bedarf können einige der Stimmen von denselben Sängern gesungen werden, die unterschiedliche Rollen spielen.)

 

Alice, Sopranistin

Lewis Carroll, Bariton

Weißer König, Tenor

Weiße Königin, Sopran

Humpty-Dumpty, Bariton

Tigerlilie, Alt

Rose, Sopran,

Zwei Daisys, Sopranistinnen

Tweedledee, Bariton

Tweedledum, Bariton

Schaf, Tenor

Einhorn, Tenor

Weißer Ritter, Bariton

Königlicher Begleiter, Tenor

 

 

 

2. Eine Videopartitur und Orchestersimulation.

    

COPYRIGHT WILLIAM OSBORNE, ALLE RECHTE VORBEHALTEN 7. Januar 2020

Dies ist eine Orchestersimulation ohne die Solostimmen. Ein Klavier umreißt die Gesangsstimmen, wenn sie von einem Orchesterinstrument nicht verdoppelt werden. Indem Sie der Partitur folgen, können Sie die Wörter lesen, die die Sänger singen. Die Arbeit besteht aus zehn Kapiteln:

 

I. Vorspiel: 0:00

II. Spiegelhaus: 2:42

III. Der Garten der lebenden Blumen: 12:23

IV. Tweedledee und Tweedledum: 15:36

V. Wolle und Wasser: 18:49

VI. Humpty-Dumpty: 23:40

VII. Der Löwe und das Einhorn: 30:43

VIII. Der Weiße Ritter: 34:11

IX. Königin Alice: 38:46

X. Wer hat es geträumt?: 42:03

 

(Das Libretto könnte natürlich ins Deutsche übersetzt werden.)

 

 

 

3. Programmhinweise  

Zu Beginn der Oper singt Lewis Carroll ein Gedicht aus seinem Buch Alice hinter den Spiegeln.  Die Verse erinnern liebevoll an den Tag, an dem er Alice die Geschichte zum ersten Mal erzählte, als sie in einem Ruderboot die Themse hinunterfuhren - am 4. Juli 1862.

Wir bewegen uns zum Haus von Alice, wo sie entdeckt, dass sie durch einen Spiegel in die "Spiegelwelt" eintreten kann - ein Land, das wie ein riesiges Schachbrett angelegt ist, das von lebenden Schachfiguren und amüsanten Charakteren aus englischen Märchen bewohnt wird. Wie ein Bauer in einem Schachspiel reist Alice über das Brett und begegnet auf diese weise fantastischen Wesen, bis sie endlich selbst Königin wird. Ihr zu Ehren wird ein Bankett abgehalten, doch es gerät zu einem Albtraum aus dem sie mit der Erkenntnis erwacht, dass ihre "Spiegelwelt" nur ein Traum gewesen ist. Lewis taucht wieder auf und zusammen mit Alice singgt er das Gedicht, mit dem das Buch schließt. Dabie erinnern sie sich an den "goldenen Nachmittag" an der Themse, als er ihr die Geschichte zum ersten Mal erzählte.

 

Das Schöne an Lewis Carrolls Büchern ist, dass sie sowohl Kinder als auch Erwachsene gleichermaßen ansprechen. Ich habe diese Oper in diesem Sinne geschrieben. Carrolls Arbeit verkörpert eine Kindliche Wunderwelt der Fantasie und der Verspiegelung, aber man kann darin auch einen ironisch gebrochenen Kommentar zu den logischen Absurditäten der Sprache, den gewalttätigen Bildern der Märchen und den Schwächen seiner Kollegen in Oxford sehen. 

 

Während Alice sich über das Schachbrettland bewegt,führt jedes neue Quadrat einen neuen Charakter oder eine neue Gruppe von Charakteren in ihr Leben ein. Jede Figur wird gemäß der folgenden Gegenüberstellung ein bestimmtes Musikinstrument zugeordnet. Dieses definiert ihrem Charakter und hilft Kindern, die Instrumente des Orchesters kennenzulernen:  

 

Der Weiße König Trompete  
Die Weiße Königin Klarinette
Der Tiger Lily Englisch Horn
Die Rose Es-Klarinette
Tweedledee Bassklarinette
Tweedledum Fagott
Das Schaf Horn  
Humpty-Dumpty Kontrabass
Das Einhorn  Englisch Horn
Der Weiße Ritter Harfe  

 

Lewis Carrolls Gespür für die Vergänglichkeit des Lebens füllt seine Bücher mit Wunderwelten, die Kinder lieben. In diesem ständig fließenden Universum verwandelt sich die Weiße Königin in ein Schaf, die Notizen im Memorandumbuch des Weißen Königs mutieren zum Drama der Jabberwocky, duftende Binsen verschwinden neckisch in der Luft und Einhörner schweben in und aus den Augen. Diese Vergänglichkeit ist am ergreifendsten, wenn der Weiße Ritter traurig seine geliebte Alice einen Hügel hinunter rennen sieht, mit tränenlosen Augen voller Eifer um eine Königin zu werden.

 

Dies könnte eine Welt existenziellen Horrors sein, doch Lewis Carroll begegnet ihr mit ironischem und sardonischem Humor, der durch ein tiefes Gefühl von Menschenliebe und Großzügigkeit gemildert wird. Es ist sein Einfühlungsvermögen in die Kindheit, das seinen Büchern ihren schönsten zug verleiht und das "ewige Kind" in uns allen offenbart. Am Schluss der Opera, fragt Lewis Carroll einfach: "Leben, bist Du nicht nur ein Traum?"